Dekiams Photography & Design » Natürliche Kinderfotografie und Tierfotografie im Raum Berlin

Einsatz bei Sternenkind Friedrich

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Am 15. April erreichte mich eine E-Mail der Mama. Sie schrieb, dass sie am 26.6. ihr erstes gemeinsames Kind erwarten, dass es mit Trisomie 13 auf die Welt kommen wird und sie nicht wissen, wie lange es leben wird. Daher kam die Frage, ob ich denn Bilder von dem Kleinen machen könnte, sobald er auf der Welt ist. Per Ultraschall waren zu der Zeit neben einem fliehenden Kinn bisher „nur“ innere Organe betroffen. Es wäre mein 3. Sternenkindeinsatz, aber ich musste doch kurz schlucken und länger überlegen, ob ich es mir zutraue, da ich bisher noch kein Trisomie 13 Kind fotografiert hatte. Aber mein Herz sagte ja und so versprach ich den Eltern, den Einsatz zu übernehmen.

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In der Nacht zum 5.6. kurz nach Mitternacht kam dann die überraschende SMS. Der kleine Mann ist geboren worden und war zu dem Zeitpunkt auch bereits in den Himmel geflogen. So lag ich die folgenden Stunden halbwach im Bett und guckte am Tag ständig auf mein Handy, wartend auf die Nachricht, wann ich kommen darf. Gegen 14 Uhr kam dann die nächste SMS; sie fragten, ob ich am nächsten Tag in das Virchow Krankenhaus in Wedding kommen könnte, um zu fotografieren. Am Tag der ersten SMS hatte ich gerade eine Sternenkind-Beerdigung hinter mir und war deshalb noch ganz aufgewühlt. Am 6. 6. machte ich mich dann auf zum kleinen Friedrich und war 25 min zu früh da und mit jeder Warteminute stieg die Nervosität. Wie wird er wohl aussehen? Wie geht es den Eltern? Werde ich den Eltern die wertvollen Bilder geben können, die sie sich wünschen? Werde ich es emotional schaffen? … Ich desinfizierte meine Hände, klopfte an, und trat ein.

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Mit dem Eintreten war ich auf einmal innerlich völlig ruhig. Die Mama strahlte mich mit ihrem tollen Sommersprossengesicht an und umarmte mich gleich. Der kleine Mann hatte nur 4 Stunden überlebt und lag in dem Bett auf einem Flechtkörbchen. Er trug ein Mützchen, um die offene Stelle am Köpflein zu verdecken, aber er war so wunderschön. Er schien perfekt zu sein. Dann kam der Papa rein und lächelte mich ebenfalls an. Ich war beeindruckt, wie positiv, wie stark die beiden wirkten. Das war mir auch schon vorher im Schriftverkehr aufgefallen. Es war einfach eine komplett neue Erfahrung für mich. Die Mama zeigte mir dann auch stolz die Füßlein ihres Kindes. An einem Fuß waren 6 Zehen. Und sie sahen wirklich unglaublich süß aus. Ich beschloss gleich einmal mit den Füßlein zu beginnen. Es war so entspannt und ich genoss jede Minute den kleinen Mann zu betrachten und die bedingungslose Liebe seiner Eltern zu ihm fotografisch einzufangen. Bevor ich heim ging, erkundigte die Mama sich noch näher über die „Dein Sternenkind“ Initiative und erzählte, wie dankbar sie sei und uns so gern unterstützen möchte und anderen betroffenen Eltern von uns erzählen möchte.

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Zu Hause setzte ich mich mit einem Lächeln an die Bildbearbeitung und bewunderte auch noch Wochen später immer wieder den wundervollen perfekten Friedrich und seine starken Eltern. Mittlerweile ist einige Zeit vergangen seit dem Einsatz und ich darf euch ein paar Bilder zeigen. Ich bin so dankbar, dass ich das Sternenkind Friedrich und seine Eltern kennenlernen durfte und ihnen ein paar kostbare Erinnerungen schenken konnte. Ich wünsche ihnen, wie auch den anderen Sternenkindeltern da draußen viel Kraft und alles Liebe. Ihr werdet immer in meinem Herzen und meiner Erinnerung bleiben.

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